Zu jedem Typ gehört eine Technik, und sie ist der eigentliche Grund, warum Vietnamesen mehrere Reisarten im Schrank haben.
Duftreis braucht Aufmerksamkeit beim Wasser. Zu viel, und er wird matschig. Zu wenig, und er bleibt hart. Wer ihn gewaschen hat, gibt das Wasser nach Packungsangabe zu und lässt ihn nach dem Garen noch einige Minuten zugedeckt ruhen. In dieser Ruhezeit verteilt sich die Feuchtigkeit, und die Körner werden gleichmäßig.
Klebreis wird nicht gekocht, sondern gedämpft, und er braucht Zeit zum Einweichen. Wer diesen Schritt überspringt, bekommt Körner, die außen weich und innen fest sind. Das Ergebnis, Xôi, hat eine dichte, glänzende Textur und trägt Beilagen wie Zwiebelöl, Erdnüsse oder Mungbohnen. Für 250 g gạo nếp gilt: über Nacht, mindestens 4 Stunden einweichen, dann 20 bis 30 Minuten im Dämpfeinsatz garen.
Bruchreis kocht schneller als ganzer Reis und braucht eher etwas weniger Wasser. Er wird oft zu Cơm tấm serviert, einem Teller, bei dem der Reis die Soße aufsaugt. Wer keinen Bruchreis findet, kann Duftreis im Zerkleinerer kurz anbrechen.
Alle drei Typen haben eines gemeinsam: Sie verlangen, dass man dem Reis Aufmerksamkeit schenkt. Das ist der Kern der vietnamesischen Reiskultur.